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Naturdenkmale auf Gemarkung Hildrizhausen - Folge 5

Ludwig-Volz-Tanne

 

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Ludwig-Volz-Tanne

(Abies alba - Weißtanne)

 

Der Gipfel der Tanne wurde durch Orkan Lothar am 26. Dezember 1999 abgebrochen.  

Am Fuße der Tanne steht eine Bank.   Benannt nach Ludwig Volz, eines Forstmannes, der 30 Jahre lang das Forstamt Herrenberg geleitet hat.

Er war es, der als einer der ersten unsere Naturdenkmale im Schönbuch beschrieben, fotografiert, geschützt und gepflegt hat.   Alter ca. 110 Jahre, Stammumfang in 1 m Höhe ca. 2,10 m.


 

Ludwig Volz

21.07.1864 bis 1.02.1950  

 

Die Ludwig-Volz-Straße in Mönchberg erinnert an einen Forstmann, dem von 1900 bis 1932 als Ober- Forstmeister die Wälder um Herrenberg anvertraut waren.  

 

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Die alten Herrenberger erinnern sich noch an ihn: Hoch gewachsen, drahtig und schlank war er, ein „ Herr" wie man erzählt, im Ersten Weltkrieg als Offizier hoch dekoriert, streng und doch mit viel sozialem Empfinden, geradlinig in seiner Lebensführung, wie in seiner Art, Waldbau zu betreiben. Unter seiner Leitung wurde das 1902 von Hildriz hausen in die Hindenburgstraße nach Herrenberg v erlegte Forstamt bekannt und berühmt , Ausbildungs-schwerpunkt und Ziel zahlreicher Exkursionen. ´

Volz war als Forstmann in vielen seiner Zeit voraus. Mit ihm fanden die ausgedehnten Fichten- und Kiefernaufforstungen und die Reinbestands wirtschaft des 19. Jahrhunderts ihr


Ende. Er war es, der energisch die Wiedereinbringung und Aufzucht der Laubhölzer Eiche und Buche erfolgreich bet rieb.  

Seiner Initiative, seinem breiten natur- und standortskundigem Wissen verdankt auch der Her­ renberger Stadtwald, der ihm besonders am Herzen, lag, hervorragende, standörtlich einfühlsam geplan te und gepflegte und deshalb stabile Waldbestände. Beispielhaft erwähnt seien die ausgedehnten Eichen-Mischwälder am Sommertalhang und im Kayhertal.  

 

Stets lag ihm der landschaftliche Reiz und die Bedeutung gerade des Stadtwaldes für die Erholung der Bürger am Herzen. Die heutige Erholungslandschaft um den Alten Rain geht auf ihn zurück.

Er war es auch, der die alten. würdigen Bäume, auch des Stadtwaldes, wie etwa die 24 Bu chen, die Große Linde oder die Schöne Forche, nur um einige zu nennen, unter Naturschutz stellen ließ.  

 

Daneben vertiefte sich Volz mit wissenschaftlicher Akribie und großer Passion in die Waldgeschichte. Seine bedeutendste schriftliche Hinterlassenschaft ist der Beitrag: „Aus den Wäldern der Stadt Herrenberg“ in der Festschrift zur 700-Jahr-Feier der Stadt vom Jahr 1928.  

 

Er erfasste alle besonderen Steine, besonders die Grenzsteine in Forstbezirk und suchte nach Inhalt und Bedeutung der Grenzzeichen.

Den Herrenber gern wohlbekannt sind dann aber auch die Steine, die Ludwig Volz entwarf, bestellte, selbst bezahlte und setzen ließ: Den Försterstein im Lindach und den Kaiserstand im Mähdertal.  

 

Das Wirken von Ludwig Volz in der Stadt und im Stadtwald war geprägt von der aufrichtigen und auf gegenseitiger großer Achtung beruhenden sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Stadtschultheiß Haußer und von einer respektvollen Anerkennung der „bürgerlichen Kollegien", die in den jährlichen Waldbegängen zu Gedankenaustausch und Wissensvermehrung angeregt wurden.  

 

Der größte Dienst, den Volz im Schulterschluss mit Stadtschultheiß Haußer und gegen großen Widerstand der Bürgerschaft dem Walde tat, war die Abschaffung der in den 20er Jahren endgültig über holten Bürgergaben. Diese Entscheidung befreite den Stadtwald vom Druck stets wachsenden Raub baues am Laubholz und erleichterte den Weg zu einer geordneten Waldwirtschaft.  

 

Außerhalb Herrenbergs wurde Ludwig Volz durch seine langjährige Mitgliedschaft im Württembergischen Forstwirtschaftsrat und als Mitbegründer der heute noch bestehender Forstwaisenstiftung bekannt.  

 

Das Wirken von Forstmeister Ludwig Volz wird im Stadtwald noch lange fortdauern, werden doch die von ihm einst begründeten Eichenbestände noch mehr als 100 Jahre, von heute aus gerechnet, weiterleben und wie der „Ludwig-Volz-Weg“ am „Urschelrain“ und die „Ludwig-Volz-Linde“ „ob der langen Klinge“ von diesem bedeutenden Forstmann Zeugnis ablegen.  

 

Ludwig Volz lebte bis 1950, zurückgezogen im „ Waldhaus"   bei Hildrizhausen. Im Dorf fand er an der Nikomedeskirche seine letzte Ruhestätte.   Hansjörg   Dinkelaker                                                                 

 

 

 

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